Ein völlig unterschätztes Sozialverhalten

„In der langen Geschichte der Menschheit haben sich diejenigen durchgesetzt, die am effektivsten gelernt haben, zusammenzuarbeiten und zu improvisieren.“ Dieser Satz stammt von Charles Darwin, dem Mann, dem auch das Prinzip des „Survival of the Fittest“ zugesprochen wird. „Survival of the Fittest“ bedeutet im Sinne der Darwin’schen Evolutionstheorie das Überleben der am besten angepassten Individuen und deutet auf den Grad der Anpassung an die Umwelt und nicht – wie später gern fehlgedeutet – auf körperliche Stärke und Durchsetzungsfähigkeit im Sinne der Konkurrenzverdrängung. Es ist wichtig das zu betonen, denn die Fehlinterpretation des „Survival of the Fittest“ ist Teil der Grundhaltung des „Homo oeconomicus“.

Doch zahlreiche Forschungsstudien beweisen seit Jahrzenten, dass der Mensch ein durch und durch kooperatives Wesen ist. Das grundlegende Naturgesetz der Menschen beruht auf Kooperation, nicht auf Wettkampf.

Kooperation ist der Versuch und das Bemühen von Menschen, gelingende Beziehungen aufzubauen und zu gestalten, die das gesellschaftliche Zusammenleben und -wirken positiv beeinflussen. Der durchschlagende Erfolg der menschlichen Spezies beruht nicht auf Körperkraft und Stärke, denn in dieser Hinsicht ist er vielen Lebewesen weit unterlegen. Der Erfolg des Menschen beruht auf der Fähigkeit zu kooperieren und gemeinsam etwas zu schaffen, wozu Einzelne nicht in der Lage wären. Forscher vermuten heute, dass dieser kleine, aber bedeutsame Unterschied im Sozialverhalten den Siegeszug des Menschen möglich machte.
Kooperation ist der Schmierstoff, der in unseren Genen angelegt ist. Richard Sennett betrachtet Kooperation als eine „handwerkliche Kunst“, die wir herausbilden und ausbauen können.

Der Vorteil von Kooperation

Kooperative Menschen sind in der Lage, Wissens- und Lerngesellschaften zu gründen, denn sie verstehen, dass sich nur geteiltes Wissen vermehrt. Ein kooperatives Miteinander triggert das Belohnungssystem an, weil wir die positive Wirkung von Kooperation sofort spüren in Form von innerem Glück und Zufriedenheit.

In einem kooperativen Umfeld empfinden Menschen Spaß und Sinn an ihrer Arbeit, weil sie als Gemeinschaft am Erfolg des Unternehmens oder am Erfolg der Zukunft arbeiten. Auch Führung wird nicht mehr als Mühsal und notwendige Pflicht betrachtet, sondern als ethische Verantwortung, um die Grundlage für kooperatives Verhalten zu schaffen. Mit dem „Schmierstoff Kooperation“ kehrt der Teamgeist zurück, wir lernen, Verantwortung zu übernehmen, weil ein gelingendes Miteinander nicht nur im egoistischen Nehmen, sondern auch im kooperativen Geben besteht.